Johann Anton Schupp wurde am 20.09.1726 in Lindes geboren; 
er starb am 25. Oktober 1754. 
Am 08.11.1753 hatte er Anna Catharina Menges (Magnus) aus Großen-Linden geheiratet, die 1780 dort starb.


Andreas Schmidt: 

4. Grabstein für Johann Anton Schupp (+1754)
In die westliche Außenwand der Friedhofskapelle eingelassen.
Maße (in cm): Gesamthöhe 145 (ohne Sockel 108,5), Breite 82.
Material: Grauer Sandstein.
Vorderseite
Im Giebel wurde ein sechseckiges Stück fein säuberlich herausgetrennt; 
hier könnte sich ein Wappen (vielleicht wie bei Nr. 5) befunden haben.
 Darunter seitlich je ein geflügelter Engelskopf. 
Als Inschriftträger dient ein geschwungen herabhängendes Tuch.
Inschrift (z. T. nach Lesung aus dem Jahr 2003):

Allhier Ruhet
Der verblichene
leichnam [..........]
[...........] Joh:(ann) Anthon Schuppen
[............] Joh:(ann) Jacob Schuppen Cent
Gerichts [Sc]höffens und berühmten Gast=
halters und Fr:(au) Catharinen Elisabeten
einer gebohrnen Reinhardin
lieb[gewesener Sohn ?.......................]
[...........................................] gebohr:(en)
im Jahr 1726 20 t: SEPT: Er be=
gab sich in den Ehe[stand] mit
J(un)gfr:(au) Catharinen H(er)r: Joh:(ann) Phil:(ipp)
MAGNUS ältesten Kirchen SENIORIS
und Gerichts Schöffens zu Gros=
sen Linden ehelichen zweyten Dochter
dieser sein Ehestand dauerte nur Kurtz in
welchem sie [erzeugten] ein Sohn den(n) Er starb
an einer hitzigen Brust Kranckheit [im Jahr] 1754
[.................................................]
[.................................................]
28 Jahr [...............]

Rückseite:
Sicherlich bearbeitet, aber nicht zugänglich.
 


Drei alte Grabsteine, die alle die einzige adlige Familie, die m. W. jemals wirklich auf der "Freyadlichen Burg zu Lindes" gelebt hat, betreffen sollen, sind in der Westwand der Friedhofskapelle  eingemauert. Siehe auch bei den Kulturdenkmälern.

Der linke Grabstein gehört nicht zur Familie de Wrede.
Im oberen rechten Bereich ist der Name Jacob Schupp (als Vater) noch einigermaßen lesbar; im unteren Bereich ist das Wort Schöffen noch deutlich lesbar. Durch die Arbeit von Herrn Andreas Schmidt ist nun bekannt, für wen der Grabstein geschaffen wurde; siehe oben. 
Der Grabstein des Vaters befindet sich nun an der Südwand der Friedhofskapelle. 

Der mittlere Grabstein gehört auch ganz sicher nicht zur Familie de Wrede, sondern ist der Grabstein von Johann Melchior Lenz!

Herr Dr. Brake, Stadtarchivar in Gießen, wies mich auf das "ältere Denkmalbuch" hin:
Die Kunstdenkmäler des Kreises Giessen; Band I; bearbeitet von Heinrich Walbe; geschichtlicher Teil von Karl Ebel und Carl Walbrach; Darmstadt 1938  Hessisches Denkmalarchiv
Dort findet sich zu Kleinlinden auf den Seiten 264 - 266 u. a.:   Neuer Friedhof  
Auf dem neuen Friedhof an der Leichenhalle mehrere alte Grabsteine.
Unter ihnen der in seiner Einfachheit schon klassizistische Stein der Christiane von Werde (soll heißen Wrede), geb. von Merlau, geb. 1713, gest. 1792. Außerdem noch 7 ältere Steine, meist des 18. Jhdts., in Plattenform; besonders reich der der Kath. Elis. Schuppin, geb. 1729, gest. 1753. 
Vmtl. ist hier der obige Stein gemeint, in dem Catharina Elisabetha Schupp, geb. Reinhard, als Mutter des Begrabenen genannt wird! .
Die Familie Schupp starb in Linnes im 7jährigen Krieg wieder aus. Die letzten Angehörigen dieser Familie starben an einer von Soldaten bei den mehrfachen Besetzungen und Plünderungen eingeschleppten Seuche; siehe Ortsgeschichte von Linnes. 

                                                                                                                                                                                                             
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